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Ein Dorf entdeckt seine Geschichte

 

Quesitz ist die letzte sächsische Gemeinde an der Hauptstraße Leipzig-Lützen-Naumburg, und liegt 2 km westlich von Markranstädt. Am höchsten Punkt des Dorfes, er ist am Westausgang wo heute sich die Kirche befindet, soll ein sorbisches Heiligtum gestanden haben.  Als 961 Kaiser Otto I. den Ort Quesitz in Lehnurkunden an den Mauritius und Innocentius erwähnte, wird er nur als eine ärmliche Siedlung beschrieben. Die Hütten bestanden aus Holz, Lehmwerk und waren mit Stroh gedeckt. 1243 wurde der erste Ritter mit Quesitz belehnt, er nannte sich, Domherr Heinrich von Quesitz und 1253 wird "Peter von Quesitz" genannt. Wo sich zur heutigen Zeit das Rittergut befindet, stand damals eine Wasserburg, die mit einen Graben umzogen war. Mit der Einführung der Reformation 1542, welche die Anlegung von Schulen als einen wichtigen Haltepunkt erkannte, wurde auch in Quesitz ein Grundstein für die Schule gelegt.

Der Stift Merseburg, zu dem auch Quesitz mit 463 ha gehörte, führte vom 9. Februar bis zum 9.März 1562 eine allgemeine Kirchen und Schulvisitation durch. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Ort 24 Hauswirte. Da die Hauptstraße, die unmittelbar hinter dem Dorf verlief, zu Kriegszeiten von durchziehenden Armeen benutzt wurde, brachte sie dem Ort viel Leid und Elend. So wurden in Quesitz viele Häuser und Grundstücke angebrannt und geplündert. Im Jahre 1793 wurde aus dieser einfachen Straße eine Chaussee, so wie wir den heutigen Straßenverlauf noch vor finden. Aus seiner Abgeschiedenheit trat das ansonsten wenig bekannte Quesitz und sein Rittergut im Jahre 1706 in Erscheinung. Im nahegelegenen Altranstädt, hielt sich Karl der XII König von Schweden zu den sächsischen-schwedischen Friedensverhandlungen auf. Auch der neue Polenkönig Stanislaus Leszynski hielt sich in der Nähe des Schwedenkönigs auf und wohnte in der Pfarre von Quesitz, wo er mit seiner Gemahlin ein beschauliches Dasein führte.

Auf den Rittergut zog in des der polnische Kronengroßschatzmeister Fürst Sapieha, der Kapitän Diesenstein und der Regimentsquartiermeister Trentsch ein. In der Pfarre haben in dessen, zwischen den Polenkönig und den Schwedenkönig, viele Konferenzen über den Waffenstillstand zwischen Sachsen und Schweden stattgefunden. Am 24. September 1706 ist dann der sogenannte „ Altranstädter Frieden“ zwischen Karl XII und August dem Starken unterzeichnet wurde. Das Rittergut von Quesitz betrieb auch eine eigene Brauerei, aber der Rittergutsbesitzer hatte nicht das Recht, Handel mit diesen zu treiben. Das heißt, sie durften es nur zum Eigenbedarf verwenden. Gegen dieses Gesetz, was sich „Bierausfallsrecht“ nannte, hatte die Gemeinde Quesitz verstoßen und es kam zu dem sogenannten „ Quesitzer Bierkrieg“. Dieser Krieg oder Aufstand, wie man es auch nennen möge, wurde sogar mit Waffengewalt nieder- geschlagen. Dieses Ereignis fand am 30.Januar 1720 statt und zog weite Kreise, selbst bis zur königlichen Hauptstadt Dresden. Da die Kirche von Quesitz alt und baufällig war, begann man im Jahre 1751 eine neue zu bauen und schon ein Jahr später, am 16. April 1752, wurde die Einweihung gefeiert .

Im selben Jahr beauftragte der Rittergutsbesitzer Major Carl Rudolf von Neidschütz, die Baumeister Werner und Döring (die schon den Kirchenbau durchgeführt hatten) zum Neubau des Rittergutes von Quesitz. Am 10. Mai 1879 abends, schlug ein Blitz in die Kirche ein, so dass der Kirchturm zu brennen begann. Dieser Brand konnte erst am 12. Mai, also zwei Tage später, vollkommen gelöscht werden. Zu den folgenden Kriegszeiten, 1.und 2. Weltkrieg, blieb Quesitz und Umgebung von größeren Schäden verschont. Weil in der hiesigen Gegend ein guter Boden vorhanden ist, war Quesitz zu Zeiten der DDR ein Ort der Landwirtschaft. So gab es eine LPG mit Tier- und eine mit Pflanzenproduktion , wo viele im Ort lebenden Menschen arbeiteten. Bis zur Wende, war Quesitz mit den Ortschaften Döhlen und Thronitz, eine eigenständige Gemeinde. Im Jahre 1994, wurde die Gemeinde Quesitz nach Markranstädt eingemeindet und ist seitdem ein Ortsteil von Markranstädt.